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30 January 2013

Wenn Vietnamesen feiern

Tet.
Das ist das Vietnamesische Neujahr. Hat einen Stellenwert wie etwa Weihnachten bei uns. Ein paar richtige Feiertage (8. bis 10. Februar, wenn ich das richtig verstanden habe) und dann nehmen die meisten noch eine Woche Urlaub.
Gestern jedenfalls bekomme ich um 17.15 Uhr einen Anruf von einem der Hotelmanager: "Komm sofort in's Hotel!"
'Oh nein' denk ich, was ist denn jetzt schon wieder passiert. Erst Schuhe geklaut, dann das Handy und jetzt? Mein Fahrrad? Meine Klamotten?...
"Warum'n?" frag ich. - "Wir laden dich ein. Feierei zum Jahresende. Komm. Sofort."
Um 17.30 Uhr steh ich, als einzige Weiße, im Restaurant, bekomme ein Bier in die Hand gedrückt und muss unbedingt mit jedem der wohl 70 Hotelangestellten anstoßen... Ohne Abendessen... Super... Und schon steh ich auf der Tanzfläche, während der Chef im Hintergrund schrill in's Mikrophon singt und der Bass gnadenlos übersteuert ist. Tanzen, Anstoßen ("Mot, hai, ba - JO!" = "1, 2, 3 - Prost!"), trinken, singen, zwischendurch ein Hühnerbein oder Klebereis-Kuchen........
Um 19 Uhr komme ich wieder dazu mich umzuschauen: der Saal ist fast leer. Also frag ich meinen Sitznachbarn, wo denn alle hin sind. Geht die Party wohl in ner Kneipe weiter? Immerhin sind ja jetzt schon alle in bester Laune.
"Die sind alle heim. Fertig-gefeiert."
'Aha. So feiern sie also, die Vietnamesen: kurz, schrill, heftig. Is klar, länger als 2 Stunden würde das sonst auch keiner durchhalten!"

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